Anästhesie-
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Anschrift


Sankt Elisabeth Krankenhaus Kiel

Königsweg 8
24103 Kiel
Tel.: 0431 - 66 03 - 0
Fax: 0431 - 66 03 - 409


Computernavigation in der Knie-Endoprothetik

Der Einbau von Knieprothesen ist auch heute noch im wesentlichen schwieriger als von Hüftprothesen. Das Kniegelenk ist hinsichtlich der Gelenkform sowie der Mechanik außerordentlich kompliziert: Es besteht ein geniales Zusammenwirken der individuell geformten Oberschenkelrollen sowie des Schienbeinkopfes mit den genau darauf abgestimmten haltenden und führenden Bändern und Muskeln.



Bild 1 Oberflächenersatz und Achsknie
Bild 1 Oberflächenersatz und Achsknie

Fast alle Knieprothesen (Bild 1) sind konstruktionsbedingt im Wesentlichen symmetrisch aufgebaut. Somit kann der Einbau in das in nicht symmetrische Gelenk des Patienten immer nur ein Kompromiss sein, anzustreben ist die bestmögliche Annäherung an das individuelle Patientenknie.

Bild 2 Navigationsgerät (Infrarotkameras und Monitor)
Bild 2 Navigationsgerät (Infrarotkameras und Monitor)
Bild 3 Anordnung der Messkörper
Bild 3 Anordnung der Messkörper

Mehr Präzision durch Navigation

Hier leistet die Navigation ihren wichtigen Beitrag. Bei der Navigation werden die Knochen mit Hilfe eines optischen Systems vermessen (Bild 2 und 3), daraus die Achsen und die Positionierung der Prothesenkomponenten bestimmt und dem Operateur so vorgeschlagen. Dieser hat jederzeit die Möglichkeit der Korrektur und Optimierung. Somit ersetzt das System nicht den Operateur mit seiner Erfahrung, es erhöht aber die Präzision.

Bild 4 Festlegung Sägeschnitt Schienbeinkopf
Bild 4 Festlegung Sägeschnitt Schienbeinkopf
Bild 5 Planung Beugespalt, Positionierung Prothesenoberteil
Bild 5 Planung Beugespalt, Positionierung Prothesenoberteil
Bild 6 abschließende Bewegungsprüfung
Bild 6 abschließende Bewegungsprüfung

Millimetergenaue Schnitte

Dabei kann eine Genauigkeit der Schnitte von 0,5 mm und Drehstellungen von 1 Grad erreicht werden (Bild 4). Zur Optimierung des Bewegungsablaufes werden mit einem Bandspannungsmesser definierte Spannungen der Kniebänder in Beugung und Streckung eingestellt. Die abschließende Bewegungsprüfung (Bild 6) dokumentiert das erreichte Bewegungsausmaß und die Achsstellung, Ziel ist die gerade Beinachse und eine Beugung von 120° bei voller Streckung. In den Situationen, bei denen die herkömmliche Ausrichtung erschwert bis unmöglich ist - bei den oft nicht ganz schlanken Beinen oder in speziellen anatomischen Situationen z.B. nach Knochenbrüchen und bei verkrümmten Knochen – ist das navigierte Verfahren von Vorteil.

Mehr Erfolg, weniger Probleme

Noch ist der Nachuntersuchungszeitraum zu kurz, um eine eindeutige Überlegenheit der Navigation zu belegen, die Zahl der deutlich fehlimplantierten Prothesen läßt sich reduzieren. Die Fehlimplantation kann zu verstärktem Verschleiß und erhöhter Lockerungsrate führen und dadurch die Lebensdauer der Prothese reduzieren, weitere Faktoren sind fortbestehende Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die letztendlich zum Prothesenwechsel führen.

Kompetenz und Erfahrung

Seit 2009 steht im Sankt Elisabeth Krankenhaus Kiel für die Implantation von Knieprothesen ein Computernavigationssystem zur Verfügung. In den Jahren 2002 bis 2007 hat der Autor am Evangelischen Krankenhaus Bad Gandersheim das System für Knieprothesen als Standardverfahren eingesetzt und schätzen gelernt. Auch für Hüftprothesen lässt sich die Navigation in Verbindung mit dem minimalinvasiven Zugangsweg gut anwenden.

Autor: Dr. med. Wolfgang Kohlsche,
Facharzt für Orthopädie
am Sankt Elisabeth Krankenhaus Kiel

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