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11.10.2010

Hüftschmerz - wenn nichts mehr geht

Jahrzehnte lang hat die Hüfte funktioniert. Alles war möglich, nichts tat weh, nie dachte man an die Hüfte. Es fängt dann langsam an. Erst Schmerzen nach dem Sport, dann nach längerem Sitzen, dann werden die ersten Medikamente genommen und letztlich schmerzt die Hüfte fast immer. Die Diagnose stellt der Orthopäde meist sehr schnell: Sie haben eine Coxarthrose ? Sie brauchen ein neues Gelenk. Heute stellt der Ersatz des Hüftgelenkes ein Standardverfahren dar, wenn es standardisiert durchgeführt wird. Die technische Entwicklung der Implantate, sind die eine wichtige Komponente eines erfolgreichen Gelenkersatzes, aber noch größer als die Wahl des Implantates ist die Wahl der richtigen chirurgischen Technik, ein solches Implantat auch einzusetzen. Exzellente Implantate und eine minimal invasive Operationstechnik kombiniert mit einer fortschrittlichen und modernen Rehabilitation sind die Bausteine für nachfolgende Jahrzehnte beschwerdefreier Funktion der Hüfte.


Minimalinvasive Endoprothetik


Diese Art der Operationstechnik unterscheidet sich grundsätzlich von herkömmlichen Operationsverfahren. Der Patient ist nach dem Eingriff viel schneller wieder mobil und kann oftmals schon unmittelbar nach der Operation das Bein wieder voll belasten. Dadurch wird auch die Rehabilitationsphase verkürzt. Erst die volle Wiederherstellung der Funktion in Kombination mit schmerzfreier Bewegung bedeutet den echten Wiedergewinn der Lebensqualität. Dass am Ende auch der Hautschnitt kürzer ist als bei Standardoperationen, ist eher kosmetisch wichtig als relevant für die Funktion. Viel wichtiger ist bei der schonenden minimalinvasiven Technik, dass die Muskeln nicht beschädigt werden und Knochensubstanz erhalten bleibt. Während bei den Standardverfahren die Muskeln zum Teil komplett durchtrennt werden, können Sie bei perfekter minimal invasiver Operationstechnik fast immer erhalten werden. Dadurch ergibt sich eine höhere Stabilität des Gelenkes, ein Auskugeln des Gelenkes ist kaum noch möglich und der Patient kann unmittelbar nach der Operation mit der Rehabilitation beginnen. Dies wiederum reduziert zahlreiche andere zum Teil lebensgefährliche Komplikationen wie Thrombosen (Blutgerinnsel) und Embolien, weil die Muskeln sehr früh wieder belastet werden und damit das Blut besser zirkuliert. Die minimal invasiven Verfahren sind nicht nur für junge aktive Patienten wichtig, sondern auch für ältere Patienten, da gerade die ja sehr schnell wieder mobilisiert werden sollten.

Schonende Operationsverfahren und modernste Techniken stehen für schnelle Heilung, hohe Mobilität und Funktionalität



Mit der Anwendung der minimalinvasiven Operationstechnik werden nicht nur Muskeln und Sehnen geschont, sondern auch der Knochen selbst. Das mag zunächst banal klingen, ist es aber nicht, wenn man bedenkt, dass bei größeren Prothesen auch mehr Knochensubstanz verloren geht. Kommt es nun zu Komplikationen oder Lockerungen, ist ein Wechsel der Prothese notwendig und schon wieder geht Knochensubstanz unwiederbringlich verloren. Das kann am Ende soweit führen, dass keine Prothese mehr verankert werden kann und der Patient sogar seine Medizin Aktuell Gehfähigkeit verliert. Hier haben gerade auf dem Gebiet der Endoprothetik neue Materialien und technische Verbesserungen dazu geführt, dass sehr knochensparend operiert werden kann. Nur werden diese Neuerungen und Erkenntnisse längst nicht überall umgesetzt und angewendet. Für die Patienten ist der große Vorteil offensichtlich: Dadurch, dass bei neuen Implantaten kaum noch Knochen entfernt werden muss, sind die später oftmals notwendigen Prothesenwechseloperationen deutlich leichter und können damit auch mit weniger Komplikationen durchgeführt werden. Der Patient verschiebt sozusagen die nachfolgenden Operationen nach hinten. Die Entwicklung dieser schonenden Prothesenoperationen ist enorm wichtig, da durch das zunehmende Alter und die zunehmende Mobilität der Patienten inder Zukunft die Prothesenwechseloperationen deutlich zunehmen werden. Es gilt der Grundsatz: Je weniger Knochen geopfert werden muss, desto besser

Die Hüftprothese funktioniert nicht richtig ? Der Hüftschmerz trotz Hüftprothese



Das Problem der Arthrose der Hüfte ist im Vergleich zum Problem einer nicht funktionierenden Prothese eher gering. Zunehmendes Alter der Patienten, höhere Mobilität aber auch ein höherer Anspruch an die Funktion einer Hüftprothese sind wichtige Faktoren im Rahmen der Hüftprothetik. Immer mehr Patienten müssen sich einer Wechseloperation ihrer Prothese unterziehen. Die Ursachen können sehr vielfältig sein und reichen von einer Infektion, über eine Lockerung bis zu einem Knochenbruch im Bereich der Prothese. Wenn ein Austausch der Prothese nicht zu vermeiden ist, sollte die anstehende Prothesenwechseloperation sehr sorgfältig geplant werden. War die Wahl der Operationstechnik und des richtigen Implantates bei der ersten Op schon wichtig, so entscheiden sie jetzt über Erfolg und Misserfolg. Auch wenn der Wechsel einer Prothese deutlich aufwendiger als die primäre Implantation ist, so kann dieser grundsätzlich auch minimal invasiv durchgeführt werden. Man kann sich leicht vorstellen, wie wichtig es ist, den ohnehin schon geschädigten Muskel jetzt erst recht zu schonen. Welches Implantat nun für den Patienten in Frage kommt ist deutlich schwieriger zu entscheiden. Hier haben sich sogenannte modulare Prothesensysteme bewährt, die für jeden Patienten eine individuelle und optimale, dem Schädigungsgrad angepasste, Versorgung ermöglichen. Nur so ist eine optimale Verankerung und maximale Schonung des verbleibenden Knochens möglich. Die Auswahl des richtigen Implantates kombiniert mit einer exzellenten Operationstechnik erfordert eine große Erfahrung des Operateurs. Deswegen werden solche Prothesenwechseloperationen überwiegend in entsprechenden Zentren durchgeführt. Die Umsetzung technischer Entwicklungen und die Weiterentwicklung der minimalinvasiven Operationstechniken stellen aber nur zwei Bausteine einer erfolgreichen Behandlung dar. In gleicher Weise müssen aber auch Rehabilitationsmediziner, Hausärzte, Physiotherapeuten und andere Fachdisziplinen nahtlos ineinandergreifen. Nur dann kann ein sehr guter einzelner Baustein zu einem sehr guten Ergebnis führen.


Weitere Informationen
Tel.: 0431 - 66 74 - 131
www.sek-kiel.de


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