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10.12.2010

Moderne Knieendoprothetik im Sankt Elisabeth Krankenhaus Kiel


Knieendoprothetik

Bei Verschleiß des Kniegelenkes ist nach Ausschöpfen aller konservativen Maßnahmen für den schmerzgeplagten und in seiner Lebensqualität erheblich eingeschränkte Patienten der endoprothetische Ersatz zumeist segensreich. Dabei ist zu berücksichtigen, daß das geniale Zusammenwirken der individuell geformten Gelenkflächen mit den genau darauf abgestimmten haltenden und führenden Bändern und Muskeln von einem künstlichen Gelenk nur begrenzt erreicht werden kann. Deshalb ist das ausführliche Gespräch vor der Operation entscheidend wichtig. Dabei sind individuelle Gegebenheiten und insbesondere die Patientenerwartungen festzustellen. Danach wird das Prothesenmodell für den Patienten ausgewählt.

Prothesenmodelle

Die Wahl der geeigneten Prothese richtet sich nach Zerstörung, Achsabweichung, Knochenqualität, Bewegungseinschränkung und Alter sowie individuellen Faktoren. Als kleinste Variante steht die Schlittenprothese für den Ersatz nur des betroffenen Gelenkanteils zur Verfügung. Der größere komplette Oberflächenersatz (Bild 1) ist in heutiger Zeit das Standardimplantat. Es werden die Flächen der Oberschenkelrollen und des Schienbeinkopfes ersetzt, in einigen Fällen auch die Kniescheibenrückfläche. Scharnierprothesen (Bild 2) stehen für Patienten mit ausgeprägten Achsabweichungen, Bewegungseinschränkungen und stark osteoporotischem Knochen zur Verfügung, ferner für den Prothesenwechsel. Spezialprothesen kommen bei extremen Knochensituationen (schwerste Knochenverlust, Tumoren) zum Einsatz.

Computernavigation

Fast alle Knieprothesen ? anders als das Patientenknie ? sind konstruktionsbedingt im wesentlichen symmetrisch aufgebaut. Zur bestmöglichen Annäherung an die individuelle Situation leistet die Navigation ihren wichtigen Beitrag. Dabei werden die Knochen mit Hilfe eines optischen Systems vermessen, daraus die Positionierung der Prothesenkomponenten bestimmt. Es wird eine hohe Genauigkeit der Schnitte erreicht und der Bewegungsablauf optimiert.

Prothesenwechsel

Zwar sind Standzeiten von über 20 Jahren erreichbar, aber auch in heutiger Zeit ist die Lebensdauer der Prothese begrenzt. Zum Versagen führen meist Lockerung, danach Verschleiß, seltener Infekt und Knochenbruch (Bild 3). Nicht nur angesichts der immer jüngeren Patienten ist es wesentlich, schon bei der Erstoperation so viel Knochen wie möglich zu erhalten.

Nachbehandlung

Für das Gelingen jeder Operation ist die Nachbehandlung sehr wichtig: An Krankenhausaufenthalt und Rehabilitation schließt sich noch eine weitere Krankengymnastik an. Ganz entscheidend ist die Mitarbeit des Patienten - gerade im Hinblick auf die zu erwartende längere Eingewöhnungsphase der Prothese.

Dr. med. Wolfgang Kohlsche
Sankt Elisabeth Krankenhaus
24113 Kiel . Königsweg 8
Tel.: 0431 6603 0
www.sek-kiel.de