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31.01.2011

Meniskusimplantation

Neuartiges Verfahren zur Behandlung von irreparablen Schäden am Meniskus


Mit seiner im Oktober 2009 durchgeführten Meniskusimplantation gehört der Gelenkspezialist, Dr. Andreas Losch zu den ersten Ärzten in Schleswig-Holstein, die diesen Eingriff durchführten. Dem vierzigjährigen Patienten geht es mittlerweile gut, er hat keine belastungsabhängigen Beschwerden mehr am Kniegelenk und arbeitet wieder. Mittlerweile konnten weitere Implantationen in Kiel im St. Elisabeth Krankenhaus durchgeführt werden. In diesem Artikel möchten wir Ihnen dieses neuartige Verfahren nun vorstellen.

Das Kniegelenk ist das größte und das am meisten beanspruchte Gelenk unseres Körpers. Es verbindet Ober-und Unterschenkel miteinander und leitet die gesamte Last des Rumpfes auf den Unterschenkel weiter. Vor allem bei sportlichen Aktivitäten mit Dreh-und Scherbewegungen wirken oftmals sehr große Kräfte auf das Kniegelenk ein. Diese führen zu Überbelastungen und zu schmerzhaften Verletzungen der Kniegelenkstrukturen, insbesondere der Kreuzbänder, Knorpeloberflächen und Menisken.

Nicht selten kommt es auch zu kombinierten Verletzungen von Kreuzband und Meniskus. Weil eine solche Schädigung zu einer Instabilität des Knies und in der Folge zu übermäßigem Gelenkverschleiß führt, ist eine möglichst frühzeitige operative Stabilisierung unumgänglich. Die Menisken sind zwei sichelförmige Scheiben aus Faserknorpel, die sich im Kniegelenk zwischen Ober-und Unterschenkelknochen befinden. Es gibt einen Außen-und einen Innenmeniskus. Beide Menisken spielen eine äußerst wichtige Rolle für die Funktion des Kniegelenks. Besonders entscheidend ist die Übertragung der Last vom Ober auf den Unterschenkel und die Stabilisierung des Knies während Beugung, Streckung und Rotation. Zudem verteilen die Menisken die auftretenden Kräfte auf die Gelenkoberflächen, federn Stöße ab und tragen zur Schmierung und Ernährung des Gelenks bei. Aufgrund dieser wichtigen Funktionen ist es aus heutiger medizinischer Sicht sinnvoll und notwendig, den Meniskus solange wie möglich zu erhalten.

Neben Kreuzband-und Knorpelschäden sind Verletzungen des Meniskus häufiges Ergebnis von Sportunfällen und die Ursache für Schmerzen im Kniegelenk.

Fast alle Verletzungen des Kniegelenks können heute minimal invasiv versorgt werden. Bei einer solchen arthroskopisch durchgeführten Operation wird über einen kleinen Hautschnitt eine Miniaturkamera ins Kniegelenk eingebracht, mit deren Hilfe das betroffene Knie untersucht werden kann. Über weitere winzige Zugänge wird dann die Operation vorgenommen. Chirurgische Instrumente und eventuell notwendige Implantate können somit problemlos ins Gelenk eingebracht und die verletzten Strukturen repariert werden. Im Allgemeinen stellen solche Operationen heutzutage eine sehr geringe Belastung für den Patienten dar. Die arthroskopische Behandlung von Meniskusschäden ist inzwischen eine etablierte Operation und wird bei uns mehre hundertmal im Jahr durchgeführt. Im Regelfall werden basisnahe, frische Meniskusrisse sehr gut vom Operateuer mit arthroskopischen Nähten oder Naht-Anker-Systemen versorgt. Der betroffene Bereich verwächst und bildet wieder ein intaktes Meniskusgewebe. Häufig gibt es aber Verletzungen, die nicht mehr genäht werden können, weil die Risse im undurchbluteten Teil des Meniskus liegen oder das Gewebe irreparabel zerstört ist. Die Entfernung des verletzten Gewebes zur Schmerzreduktion ist dann unumgänglich. Nach einer Meniskusentfernung erlangt der Patient gewöhnlich die normale Kniefunktion wieder. Wissenschaftliche Studien belegen jedoch eindeutig, dass eine Entfernung von mehr als 40 % Meniskusgewebe zu einer degenerativen Arthrose im Kniegelenk führen kann. Es ist erwiesen, dass bereits diese Teilentfernung des Meniskusgewebes zum permanenten Verlust der Meniskus-und Kniefunktion führt. Dies erhöht die Belastungen auf die umliegenden Gelenksoberflächen und führt zu degenerativen Veränderungen und längerfristig zur Kniearthrose, welche mit erheblichen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verbunden ist. Um diese Spätfolgen der Meniskusteilentfernung zu verhindern, hat das internationale Team mit dem bekannten amerikanischen Sportorthopäden Dr. Steadman ein biologisches Implantat entwickelt, das den Körper zur Bildung meniskusähnlichen Gewebes anregt. Allmählich wird der durch die Entfernung des verletzten Gewebes entstandene Defekt wieder aufgefüllt. Dieses Implantat trägt den Namen Menaflex. Es ist weltweit das einzige biologische Meniskusimplantat, das fehlendes Gewebe ersetzen kann und die strengen Qualitätskriterien der amerikanischen Zulassungsbehörde in den USA.

Das Menaflex der Firma ReGen Biologics AG ist ein biologisches und vollständig resorbierbares Implantat aus hoch gereinigtem Kollagen mit einer porösen Struktur. Kollagen ist ein natürliches, im menschlichen Körper vorkommendes Protein und absolut biokompatibel. Die Form des Implantats orientiert sich jeweils am menschlichen Innen- bzw. Außenmeniskus. Das Menaflex wird anstelle des entfernten Meniskusgewebes arthroskopisch/ minimalinvasiv eingenäht und nutzt die Fähigkeit des Körpers zur eigenen Geweberegeneration. Seine poröse Struktur dient dabei als Leitschiene für das Einwachsen von neuem Gewebe. Körpereigene Zellen wandern sukzessive ins Implantat ein und bilden meniskusähnliches Gewebe aus. Nach circa einem Jahr ist das Menaflex zum größten Teil abgebaut und durch eigenes Gewebe ersetzt. Diese körpereigenen Zellen werden bei der Arthroskopie durch die so genannte Mikrofrakturierung gewonnen. Dabei wird an einer Stelle im Gelenk das Knochenmark eröffnet, damit Stammzellen in das Gelenk gelangen können. Diese Stammzellen bilden dann das meniskusähnliche Gewebe aus. Zusätzlich kann das Wachstum der Zellen gefördert werden. Durch eine venöse Blutabnahme intraoperativ können durch spezielle Techniken Wachstumsfaktoren gewonnen werden und sofort wieder in das Gelenk gespritzt werden. Die Firma Arthrex hat diese ACT-Methode neu entwickelt und erfolgreich bei der Behandlung von Arthrose und anderen Verletzungen eingesetzt. Bis heute wurden weltweit mehrere Tausend Patienten mit dem Menaflex erfolgreich operiert. In Deutschland wurden bis jetzt über 1900 Patient erfolgreich operiert. Dr. Losch hat vor seiner Tätigkeit in Schleswig-Holstein selbst am Uniklinikum in Göttingen 20 Patienten operativ versorgt. Bei 90 Prozent der behandelten Fälle konnte eine eindeutige Geweberegeneration von drei Viertel ihrer ursprünglichen Meniskussubstanz nachgewiesen werden. Mit dem Einwachsen körpereigener
Zellen wird das Menaflex immer widerstandsfähiger. Daher ist es wichtig, dass der Patient gerade in den ersten Wochen nach erfolgter Operation ausreichend Verständnis mitbringt, um den Erfolg dieser regenerativen, biologischen Methode zu maximieren. Die komplette Nachbehandlung erstreckt sich insgesamt über einen Zeitraum von circa 6 Monaten. Am Anfang müssen Belastung und Bewegungsausmaß limitiert sowie langsam und kontinuierlich gesteigert werden. Nach zwei Monaten ist das operierte Knie in der Regel wieder voll belastbar. Der Patient beginnt dann mit dem Aufbautraining, um zu seinen gewohnten sportlichen Aktivitäten zurückzukehren. Eine sitzende Tätigkeit ? wie zum Beispiel im Büro ? ist bereits in den ersten Wochen nach der Operation möglich. Man sollte immer berücksichtigen, dass sich ein im Aufbau befindliches Gewebe noch im Reifungsprozess befindet und daher selbst bei Schmerzfreiheit keine sofortige Belastung erfolgen darf. Nur die Einhaltung des ärztlich vorgegebenen Rehabilitationsprogramms sichert die Aussicht auf den angestrebten Erfolg, der sich letztlich durch die Bildung von körpereigenem stabilen Meniskusgewebe auszeichnet. Nach etwa einem halben Jahr können die sportlichen Aktivitäten im gewohnten Umfang wieder aufgenommen werden. Wie Sie aus diesem Artikel entnehmen können, besteht nun auch für Sie in Kiel im Sankt Elisabeth
Krankenhaus die Möglichkeit, eine Meniskusimplantation durchführen zu lassen. Die Indikationsstellung bedarf einer fachärztlichen Untersuchung bei uns im Team der MEDBALTIC-Gruppe an den Standorten Altenholz, Kiel, Kronshagen, Bornhöved und Neumünster. Eine engmaschige
Nachbehandlung, die für den Erfolg unabdingbar ist, findet anschließend bei uns in den Standorten Kiel oder Neumünster statt. Dabei wird auch die Physiotherapie,an die jeweilige Phase der Genesung angepasst und mit den Therapeuten vor Ort besprochen und umgesetzt. Grundsätzlich gilt: ?Der arthroskopische Meniskuserhalt, geht immer vor einer Entfernung oder Implantation?. Für weitere Fragen steht Ihnen Dr. Losch sowie die Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie der MEDBALTIC-Gruppe in Kiel und Neumünster zur Verfügung.

Dr. med. Andreas Losch
Sankt Elisabeth Krankenhaus
24113 Kiel . Königsweg 8
Tel.: 0431 6603 0
www.sek-kiel.de