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29.10.2012

Morbus Dupuytren - Eine häufige Erkrankung der Hände

Seit dem 1. Januar 2012 gehört zur Lubinus-Stiftung in Kiel neben dem Lubinus Clinicum auch das Sankt Elisabeth Krankenhaus im Kieler Königsweg. Im Steenbeker Weg 25 gibt es eine hauptamtliche handchirurgische Abteilung im Lubinus Clinicum. Im Königsweg 14, im Ärztehaus, ist Facharzt Dr. Häring als Arzt in einer Praxis tätig und operiert zusätzlich stationär im Sankt Elisabeth Krankenhaus.


Die differenzierte Funktion unserer Hände ist einzigartig in der Natur und bietet ein Höchstmaß an Beweglichkeit und Sensibilität. Auf engstem Raum vereinen sich unterschiedlichste Gewebe in einer anspruchsvollen Anatomie und sorgen für feinste biomechanische Funktionsabläufe. Bestehen Störungen der komplizierten Zusammenhänge durch Erkrankungen oder Unfallfolgen resultieren Einschränkungen der Gebrauchsfähigkeit mit erheblicher Beeinträchtigung des beruflichen und privaten Lebens. Eine häufig auftretende Erkrankung der Hände ist der sogenannte Morbus Dupuytren, der im Volksmund auch als „Sehnenverkürzung“ bezeichnet wird.

Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch eine Knoten- und Strangbildung in der Handfläche und zunehmende Verkrümmung der Finger. Diese Fingerkrümmung schreitet schubweise voran bis die Fingerkuppen die Handfläche erreichen. Man schätzt dass in Deutschland mehr als 1,5 Millionen Menschen von dieser Erkrankung betroffen sind. Hierbei sind Männer etwa 6-mal so oft wie Frauen betroffen. Meist sind zunächst der Kleinfinger und der Ringfinger betroffen. Eine sichere Ursache für die Erkrankung ist derzeit nicht bekannt, eine Vererbung auf der väterlichen Linie jedoch sehr wahrscheinlich. Durch die zunehmende Beweglichkeitseinschränkung und die Knoten und Stränge in der Hand sinkt die Gebrauchsfähigkeit über die Jahre.

Morbus Dupuytren im Stadium III
Morbus Dupuytren im Stadium III

 Behandlung des Morbus Dupuytren

Eine verlässliche und sichere konservative Therapie steht leider nicht zur Verfügung, medikamentöse Behandlungsansätze sind nicht über das Experimentierstadium hinaus gekommen. Die operative Behandlung bleibt eine Domäne des Handchirurgen. Ziel der Operation ist es, das veränderte Gewebe zu entfernen und die Funktion der Hand wieder herzustellen oder zu verbessern. Wenn nur ein kleiner, nicht druckschmerzhafter Knoten in der Hand tastbar ist und die Finger noch ganz gestreckt werden können, sollte mit dem Eingriff gewartet werden. Knoten, die aber Schmerzen beim Zugreifen verursachen oder eine zunehmende Verkrümmung der Finger, sollte behandelt werden. Ein guter Zeitpunkt zur Operation besteht dann, wenn die Hand nicht mehr flach auf den Tisch gelegt werden kann, d.h. wenn eine Beugestellung eines oder mehrerer Finger eingetreten ist. Der Umfang der Operation richtet sich nach dem bestehenden Ausmaß der Erkrankung und kann von einer kurzen ambulanten Operation bis hin zu einem kurzstationären Eingriff reichen. Im Rahmen dieser Operation, die ausschließlich in die Hand des erfahrenen Handchirurgen gehört, werden alle erkrankten Gewebsanteile unter mikroskopischer Vergrößerung von den zu schützenden Strukturen getrennt und entfernt. Mit der Entfernung verschwinden die bewegungseinschränkenden Stränge und die Beweglichkeit der Finger wird zurückgewonnen.

Unterschiedliche Ausprägungen des Morbus Dupuytren, die Stadien gehen ineinander über.
Unterschiedliche Ausprägungen des Morbus Dupuytren, die Stadien gehen ineinander über.

Nachbehandlung des Morbus Dupuytren

Der erste Verbandswechsel erfolgt bereits ein bis zwei Tage nach der Operation, in der Regel noch während des Klinikaufenthaltes. Die weitere Nachbehandlung wird in der Praxis geführt. Nach sicherem Verheilen der Haut und Entfernen der Fäden wird frühzeitig mit Krankengymnastik begonnen, um die Beweglichkeit rasch zu verbessern. Bei stärkeren Verkrümmungen der Finger werden zusätzlich Nachtlagerungs- oder Quengelschienen verordnet. Nach bereits drei bis vier Wochen darf die Hand im Alltagauch für mittelschwere Tätigkeiten wieder eingesetzt werden. Narben bilden sich unter Einsatz von Cremes zurück und die Handbekommt eine neue Geschmeidigkeit.

Die Therapie des Morbus Dupuytren stellt eine der Kernkompetenzen des Handchirurgen dar. Die lange Ausbildung bis zur Anerkennung der Spezialisierung zum Handchirurgen setzt bereits einen Facharzttitel voraus und beschäftigt sich intensiv mit den sehr speziellen Anforderungen in der Behandlung von Unfallfolgen und Erkrankungen der Hände. Das Behandlungsspektrum der Praxis esthesis am Sankt Elisabeth-Krankenhaus umfasst alle modernen Therapien und Operationsverfahren der Handchirurgie.

Befund der Hand 8 Wochen nach der Operation
Befund der Hand 8 Wochen nach der Operation

Leichte Erkrankungen wie Sehnenscheidenentzündungen, der sogenannte „Schnappfinger“ oder Nerveneinengungen, wie das Carpaltunnelsyndrom werden ambulant, meist in örtlicher Betäubung versorgt. Ein großes Feld liegt in der Therapie von bleibenden Funktionsstörungen nach Unfällen und der Arthrose, also dem Gelenkverschleiß. Die Erkrankungen betreffen häufiger Frauen und führen neben den Fehlstellungen oft auch zu schubweise verlaufenden Schmerzen.

Angebot des Sankt Elisabeth-Krankenhauses:
Wir erheben einen ausführlichen Ausgangsbefund in unserer Sprechstunde und besprechen mit Ihnen welche realistischen Behandlungsergebnisse mit den verschiedenen Methoden bei Ihnen erreicht werden können. Modernste Anästhesieverfahren durch unsere anästhesiologischen Partner erlauben schonende, schmerzfreie Behandlungen.

Dr. med Andreas Häring
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie, Belegarzt im Sankt Elisabeth Krankenhaus Kiel

Terminabsprache unter
Telefon (0431) 63 483