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07.01.2014

Proktologische Sprechstunde

... und wenn es am Popo juckt und schmerzt!


Juckreiz und Brennen, Blutungen aus dem After und Schmerzen in der Analregion sind die häufigsten Gründe, die den Patienten in die proktologische Sprechstunde führen. Hinter diesen Beschwerden verbergen sich oft harmlose, aber sehr lästige Erkrankungen, die meistens konservativ (also ohne Operation) behandelt werden können. Dazu gehören das Hämorrhoidalleiden, die Fistel und Abszesse, Analhautriss (s.g. Fissur) aber auch schwerere Erkrankungen wie Stuhlinkontinenz oder Tumore. Es gibt Studien, die besagen, dass jeder zweite Mensch ab dem 40. Lebensjahr mindestens einmal im Leben an einer Erkrankungen des Afters leidet.

Ein Problem in der Früherkennung und Behandlung der proktologischen Krankheiten liegt auch darin, dass viele Menschen (insbesondere Frauen) ein Schamgefühl haben, sich über die Probleme am After zu äußern, geschweige denn zu einer Untersuchung einen Arzt zu besuchen. Das Schamgefühl wird häufig dadurch gemindert werden, dass wir in unserem Team eine weibliche Proktologin haben. Dazu kommt, dass in der Allgemeinheit die Vorstellung besteht, dass die proktologische Untersuchung schmerzhaft ist. Es muss hier betont werden, dass eine proktologische Untersuchung in der Regel nicht schmerzhaft ist.

In dem folgenden Artikel möchten wir Ihnen die einigen Krankheitsbilder kurz vorstellen, die zu den Schwerpunkten einer proktologischen Praxis gehören.

Hämorrhoidalleiden

– ist die häufigste Erkrankung der Afterregion. Die Patienten beschreiben Blutungen, Entzündungszustände, Störung der Feinkontinenz, Fremdkörper/Druckgefühl am After, Prolaps (Vorfall) und Schmerzen. Die Diagnostik ist in aller Regel auf die Inspektion und Untersuchung des Analkanals und des Enddarms begrenzt – und die meisten Patienten können konservativ, sprich ambulant ohne operative Maßnahmen behandelt werden.

Die Therapie beinhaltet symptomatische Behandlung der Beschwerden (Salben), aber ohne die Behandlung der vergrößerten Hämorrhoiden kann das Leiden nicht langfristig beseitigt werden. Dazu gehört Sklerosierung (Verödung der Hämorrhoiden – dabei wird ein Medikament in die Hämorrhoiden injiziert (die Behandlung ist schmerzlos) oder Gummibandbehandlung (Abbinden der Hämorrhoidalknoten mit einem kleinen Gummibändchen – die Behandlung ist ebenfalls schmerzlos, sehr selten kann es in den nächsten 2 Tagen zu leichten Unterbauchkrämpfen kommen). Zusätzlich können die Hämorrhoiden mit Infrarot koaguliert werden. Diese Behandlungsmethoden sind für die Hämorrhoiden I° und II° geeignet – und die meisten Patienten besuchen den Arzt in diesem Stadium. Die konservative Behandlung sollte mehrfach wiederholt werden, verspricht aber rasche und dauerhafte Besserung.

Erst wenn das Hämorrhoidalleiden sehr lange dauert, kommt es zu deutlich stärkerer Vergrößerung der Hämorrhoiden – diese Patienten müssen operativ behandelt werden (in unserer Praxis weniger als 10% aller unseren Patienten). Natürlich stellt jede Operation für den Patienten größere Belastung als die konservative Therapie dar, aber bei Hämorrhoiden III° oder IV° sind die konservativen Maßnahmen nicht geeignet. Hierzu gehören mehrere operative Methoden. Die Methode die wir am häufigsten anwenden, ist die s.g. Hämorrhoidektomie nach Longo – auch Stapler-Hämorrhoidektomie oder Hämorrhoidallifting genannt. Bei dieser Methode wird überwiegend in dem nichtsensiblen Bereich operiert und somit verspüren die Patienten nach der Operation deutlich weniger Schmerzen als bei den anderen Methoden. Auf diese Methode haben wir uns im Sankt Elisabeth Krankenhaus spezialisiert – es ist der patientenschonenste Eingriff bei Hämorrhoidalleiden.

Enddarm- und Dickdramtumore

Darmkrebs ist in Deutschland bei Männern und Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung, an der mehr als sechs Prozent aller Deutschen im Laufe ihres Lebens erkranken. Kolorektale Karzinome verursachen zunächst sehr selten Symptome, sie entstehen fast immer aus anfangs gutartigen Darmpolypen, die endoskopisch bei einer Darmspiegelung entfernt werden können. Wird schon ein Karzinom entdeckt, muss der Patient operiert und häufig noch chemotherapiert werden. Die Heilungschancen durch Operation und Chemotherapie mit 5-JahresÜberlebensrate von 40 bis 60 % im Mittel hängen entscheidend vom Krankheitsstadium ab, in dem der Darmkrebs entdeckt wird.

Im Kampf gegen den Dickdarmkrebs sieht unser diagnostisch/therapeutisches Konzept folgendes vor: im Rahmen einer Vorsorge wird eine Darmspiegelung durchgeführt (siehe Artikel über die Darmspiegelung). Sollten dabei Polypen festgestellt werden, werden alle Polypen von uns entfernt. Der Patient/in wird in ein Nachsorgeprogramm aufgenommen, wir kümmern uns darum, dass die Nachsorgeuntersuchungen nach einer Zeit (entsprechend der Richtlinien der führenden Endoskopischen Gesellschaften, z.B. nach 3 oder 5 Jahren) durchgeführt wird. Wird ein Tumor festgestellt (durchschnittlich bei 3-4% aller Patienten, die zur Darmspiegelung kommen), organisieren wir nach Rücksprache mit dem Hausarzt weitere Diagnostik und Therapie, z.B. Computertomographie des Bauches, Vorstellungstermin beim Operateur, etc. Unabhängig von der Unterstützung, die Sie immer durch Ihren Hausarzt bekommen, helfen wir Ihnen gerne in diesen schweren Tagen. Auch die Nachsorge wird zusammen mit dem Hausarzt für Sie organisiert.

Noch eine kurze Anmerkung zu der Therapie des Kolorektalen Karzinoms  – die Fortschritte in der Chirurgie haben dazu beigetragen, dass bei dem Dickdarmkarzinom nur in Ausnahmefällen ein ständiger künstlicher Darmausgang notwendig ist – nur bei Tumoren im unteren Teil des Enddarmes, die den Schließmuskel infiltrieren. Auch die befürchtete Chemotherapie wirkt einerseits immer besser und hat andererseits immer weniger Nebenwirkungen. Trotzdem – je früher ein Tumor entdeckt wird, desto „kleiner“ und verträglicher die Therapie! Trotzdem am besten ist Vorsorgeuntersuchung, bei der durch die Abtragung der Polypen die Entstehung von Tumoren verhindert wird.

Mastdarmvorfall/Rektumprolaps

Der Rektumprolaps entspricht einem Vorfall der gesamten Rektumwand durch den After nach außen und kann mehrere Zentimeter lang sein. Der Rektumprolaps enthält demnach alle Darmwandschichten und ist mit einem Verlust der Aufhängung des Rektums am Steißbein (Sakrum) verbunden. Starke Schmerzen, Blutungen, ständiger Vorfall beim Stehen oder Gehen hindern die betroffenen Frauen, aus dem Haus zu gehen. Die sozialen Kontakte werden abgebrochen, die Erkrankung führt zur Isolation und zum Verlust der Lebensfreude. Ein Prolaps tritt überwiegend bei älteren Frauen auf (die jüngste Dame, die wir operiert haben war 78 Jahre alt, die älteste 90 Jahre). 2009 wurde eine neue patientenschonende Methode zur Beseitigung des Prolapses etabliert. Der Eingriff wird durch den After durchgeführt und dauert nicht länger als eine Stunde.

Die Komplikationsrate (trotz des fortgeschrittenen Alters) ist sehr gering. Die Zufriedenheit der Patientinnen ist hoch, sie können in das „normale“ Leben zurückkehren. Das einzige Problem ist, dass die meisten alten Damen sich so stark schämen, über den Vorfall zu sprechen, dass sie lieber leiden, als damit zum Arzt zu gehen. Nach unserer Erfahrung (diese Operation führen wir seit über einem Jahr durch) bedauern die Patientinnen nach der Operation, dass Sie so lange die Krankheit verheimlicht haben.

Analkarzinom

Das Analkarzinom gehört zu den relativ seltenen Tumoren (1-2 % aller Tumore des Verdauungstraktes). Die Beschwerden sind unspezifisch und ähneln den Beschwerden anderer proktologischer Erkrankungen:

Juckreiz, Nässen, Blutungen, Schmerzen. Bei dem Analkarzinom (Aftertumor) handelt es sich um eine komplett andere Erkrankung als dem Enddarmtumor. Entsprechend ist die Therapie anders. Bei einem Analkarzinom kommt in den meisten Fällen eine primäre Radio/Chemotherapie zum Einsatz und eine chirurgische Therapie ist sehr selten notwendig. Für den Patienten bedeutet es, dass bei erfolgreicher Therapie kein künstlicher Darmausgang notwendig ist. Anfang der neunziger Jahre wurde in der Universitätsklinik in Kiel (mit unserer Beteiligung) ein spezielles Therapiekonzept entwickelt. Dieses sieht vor, zu der konventionellen Radio/Chemotherapie eine zusätzliche endosonographisch gesteuerte, ausschließlich auf den Tumor gezielte Aufsättigung der Tumorbestrahlung. Diese zusätzliche zweimalige Behandlung reduziert das Risiko eines lokalen Tumorrezidivs und somit das Risiko, dass doch ein künstlicher Darmausgang benötigt wird.

Analekzem

Das Analekzem ist eine sehr häufige Diagnose in der Proktologie. Dabei handelt es sich in aller Regel um eine Folgeerscheinung verschiedener Zustände des Anus und des Enddarmes und nicht um eine eigenständige Erkrankung. Die häufigsten Ursachen des Analekzems sind Störung bzw. Einschränkung der Stuhlkontinenz, sezenierende („feuchte“) Analerkrankungen und falsche Analhygiene. Zu den häufigsten Ekzemen gehört am After ein irritativ-toxisches und ein kontaktallergisches Ekzem. Die Therapie des Ekzems beinhaltet mehrere Aspekte:

1. Die Sanierung der proktologischen Grunderkrankung (z.B. Behandlung der Hämorrhoiden, Beseitigung der Fistel, etc.) ist die Voraussetzung für nachhaltiges Erfolg.

2. Aufklärung des Patienten über eine angemessene Analhygiene. Hier gehört das Meiden von Irritanzien oder potenziellen Allergenen (z.B. übermäßige Anwendung von Toilettenpapier, exzessive Reinigungsprozeduren mit hautirritierenden Detergenzien). Eine seifenfreie Reinigung des Afters mit lauwarmem Wasser gehört zu den wichtigsten Elementen der Therapie.

3. Lokale Anwendung von Schutzpasten (Zinkpaste) und Gerbstoffen führt zur Minderung der übermäßigen Feuchtigkeitsentwicklung und verringert damit die Gefahr einer bakteriellen oder mykotischen Superinfektion. Auch kurzfristige lokale niedrigdosierte Anwendung von Steroiden ist gelegentlich notwendig.

Heilt ein Ekzem dadurch nicht rasch ab, muss an eine allgemeine Hauterkrankung mit einer perianalen Manifestation gedacht werden. Hier ist eine dermatologische Untersuchung, ggfs. mit einer Biopsie aus dem analen Bereich erforderlich.

Koloskopie – damit Sie nicht am Dickdarmkrebs erkranken!

Immer wieder wird in den Medien über den Dickdarmkrebs berichtet – nicht ohne Grund.

Die Wahrscheinlichkeit des kolorektalen Karzinoms ist in den letzten 20 Jahren in Europa stark angestiegen. Inzwischen ist der Darmkrebs sowohl bei Männern als auch bei Frauen die zweithäufigste Krebsart und die zweithäufigste Todesursache infolge von Krebs in Deutschland. Nach den aktuellsten Daten des Krebsregisters wurde die Gesamtzahl der Neuerkrankungen und der Sterbefälle im Jahr 2006 auf 70.000 beziehungsweise 27.000 geschätzt. Mehr als 91 Prozent der Neuerkrankungen betreffen die Altersgruppen ab 55 Jahren. Aufgrund der langsamen Entwicklung über gut entdeckbare und heilbare Vorstufen (Polypen) sind die Möglichkeiten der Verhütung und Früherkennung für Darmkrebs deutlich besser als für andere Krebsarten.

Darmkrebs ist häufig und tödlich! Kann der Dickdarmkrebs verhindert werden?

In Deutschland werden seit 2002 die Kosten für eine Darmspiegelung als Vorsorgeuntersuchung für alle Personen ab dem 55. Lebensjahr (für Patienten aus Risikofamilien deutlich früher) von den Krankenkassen übernommen. Dieses Programm gehört zu den weltweit besten Vorsorgeprogrammen zur Bekämpfung des Kolonkarzinoms. Das Ziel ist, die Häufigkeit und die Sterblichkeit an Dickdarmkrebs in Deutschland zu senken.

Warum muss man zur Vorsorge gehen und nicht erst dann, wenn man Beschwerden bekommt?

Der Dickdarmkrebs entwickelt sich sehr langsam und wächst zuerst sehr lange ohne Beschwerden zu machen. Es wurde in wissenschaftlichen Studien gezeigt, dass der symptomfreie Verlauf im Durchschnitt 3,6 Jahre dauert. Das bedeutet, der oder die Betroffene trägt den Tumor 3,6 Jahre und merkt nichts! In dieser Zeit kann der Tumor nicht nur lokal immer größer werden, sondern auch schon in die Lymphknoten und andere Organe (z.B. Leber, Lunge) streuen und die Heilungschancen reduzieren.

Wie entsteht ein Dickdarmkrebs?

Tausende Wissenschaftler arbeiten an der Erforschung von allen Krebsarten, an den Mechanismen der Entstehung, an unseren Abwehrmechanismen (täglich entstehen bei uns Krebszellen, die unser Immunsystem aber im Normalfall beseitigt) und an weiteren Faktoren. Die Entstehung ist ein sehr komplizierter Prozess, der sehr langsam verläuft und von vielen Faktoren verursacht und beeinflusst wird. Für unser tägliches Leben bedeutet dies, dass wir das Risiko zwar nur gering beeinflussen können, jedoch hohe körperliche Aktivität, normales Körpergewicht, Nichtrauchen und gesunde Ernährung (hohe Ballaststoffaufnahme, niedriger Verzehr vom rotem Fleisch) reduzieren das Krebsrisiko.

Wie kann bzw. soll die Vorsorge aussehen?

Die Wahrscheinlichkeit an Dickdarmkrebs zu erkranken steigt ab einem Alter von 50 Jahren, daher sollte die Vorsorge ab dem 50. Lebensjahr durchgeführt werden. Bei Familien mit gehäuftem Auftreten von Dickdarmpolypen und Krebs ist das Risiko meistens mindestens doppelt so hoch wie beim Rest der Bevölkerung und daher sollte die Prävention früher durchgeführt werden.

Darmspiegelung ist schmerzfrei!

Die beste Vorsorge ist die Koloskopie. Warum bestehen in der Bevölkerung noch so viele Vorurteile, so dass nicht alle Berechtigten diese Vorsorge nutzen? Die komplette Koloskopie besitzt die höchste Trefferquote für das Auffinden eines kolorektalen Karzinoms und deren Vorstufen (Adenome) und sollte daher als Standardverfahren betrachtet werden. Es wurde vom Deutschen Krebsforschungszentrum errechnet, dass in den ersten acht Jahren nach der Einführung des Vorsorgeprogramms Früherkennungskoloskopie bei Personen im Alter von 55 bis 84 Jahren bundesweit fast 99.000 Darmkrebsfälle verhütet und weitere 47.000 Darmkrebserkrankungen frühzeitig, oft in einem heilbaren Stadium, erkannt wurden. Diese Fakten sprechen für sich und sollten dazu führen, diese Untersuchung im eigenen Interesse vornehmen zu lassen. Allerdings ist die allgemeine Meinung über die Koloskopie durch die „alten Zeiten“ geprägt, in denen diese Untersuchung sehr unangenehm und oft mit Komplikationen behaftet war. Tatsächlich mussten damals die Patienten Unmengen von Reinigungsflüssigkeit trinken, um den Darm vorzubereiten. So mussten noch bis Anfang der 90er Jahre die Patienten diese fürchterlich schmeckende Flüssigkeit trinken, konnten dies aber zum großen Teil nicht. Die Vorbereitung musste dann oft stationär erfolgen, die Flüssigkeit über eine Magensonde verabreicht werden (5-6 Liter oder sogar mehr). Viele Endoskopiker hatten damals wenig Erfahrung mit der Sedierung, so dass die Untersuchung zum Teil schmerzhaft war. Mittlerweile ist es aber ganz anders: Die Untersuchung selbst wird in einer Art „leichten Narkose“ durchgeführt, so dass der Patient dabei schläft und NICHTS merkt.

Die Vorbereitung erfolgt standardmäßig mit nur zwei Litern Trinklösung, die teilweise mit jeweils einem Liter an zwei nacheinander folgenden Tagen eingenommen werden kann (und heutzutage deutlich besser schmeckt). Erscheint dem Patienten die Einnahme von zwei Litern Reinigungsflüssigkeit zu unangenehm, ist es möglich, den Darm nur mit Abführtabletten und einem Fläschchen von 20 ml Abführmittel zu reinigen. Eine entsprechende Beratung wird dem Patienten vor jeder Untersuchung angeboten. Während der Untersuchung werden der gesamte Dickdarm und ggf. auch das letzte Stück vom Dünndarm inspiziert. Sollten Polypen (Vorstadien zum Krebs) festgestellt werden, werden diese sofort entfernt. Der Benefit der Koloskopie beruht auf der Überlegung, dass, wenn die Vorstadien (Polypen) entfernt werden, sich kein Endstadium (Tumor) entwickeln kann. Dies wird durch zahlreiche Studien belegt. Mit der Koloskopie und der Polypektomie kann das Risiko an Darmkrebs zu erkranken bis zu 90 Prozent reduziert werden. Nach diesem einfachen und logischen Prinzip funktioniert die Vorsorge. Wie bereits zuvor erwähnt, konnte damit in den ersten acht Jahren der Prävention 150.000 Menschen in Deutschland ein schreckliches Schicksal erspart werden. Der zweite Benefit ist, dass, wenn bei den Menschen ein Dickdarmkrebs im Rahmen der Vorsorge entdeckt wird, dieser in aller Regel noch in einem heilbaren Stadium ist.

Darmkrebs kann verhindert werden! Wie verläuft die Erkrankung? Welche Therapie ist erforderlich?

Alle Vorstadien zum Dickdarmkrebs (gutartige Polypen) können endoskopisch entfernt werden. Kleine und mittelgroße Polypen werden schon während der Vorsorgekoloskopie entfernt. Die großen Polypen sollten ebenfalls endoskopisch entfern werden – allerdings erfordert dies eine Expertise. Diese wird auch im Kieler Sankt Elisabeth-Krankenhaus angeboten. Auch ein kleiner Teil der Dickdarmkarzinome (kleine bösartige Tumore in einem Polypen, entsprechende mikroskopische Kriterien müssen erfüllt werden) dürfen endoskopisch entfernt werden – all diesen Patienten bleibt eine Operation erspart. Der Rest der Patienten wird entweder operiert (kleiner Tumor ohne Metastasen) oder operiert und bekommt Radio-/Chemotherapie (bei größeren Tumoren und/oder Metastasierung in den Lymphknoten). Die Prognose korreliert mit der Infiltration des Tumors in die Darmwand und einer Ausdehnung in die benachbarten Organe, dem Ausmaß des Lymphknotenbefalls und dem Auftreten von Fernmetastasen. Je früher der Tumor entdeckt wird, desto höher ist die Chance, geheilt zu werden, so dass z.B. bei kleinen Tumoren ohne Lymphknoten-Befall die Heilungschance bei 80-100 Prozent liegt, bei Tumoren mit Fernmetastasierung dagegen unter zehn Prozent.

Wie kann man der schlimmen Erkrankung entgehen?

Alle asymptomatischen Patienten, die über 50 Jahre alt sind, sollten am Vorsorgeprogramm teilnehmen. Das Programm sieht vor, ab dem 50. Lebensjahr einen Test auf okkultes Blut im Stuhl und ab den vollendeten 55. Lebensjahr eine totale Koloskopie durchführen zu lassen. Somit erfahren die Patientinnen und Patienten, ob ihr Darm gesund ist oder ob Sie z.B. Polypen haben. Ist der Darm frei von Polypen, dann ist es nachgewiesen, dass in den nächsten 5 bis 10 Jahren (je nach zusätzlichem Risikoprofil, z.B. familiäres Auftreten von Kolonpolypen/Krebs) kein Krebs entstehen kann. Nehmen Sie dann an dem Nachsorgeprogramm teil, das vom Endoskopiker anschließend vorgeschlagen wird, werden Sie auch an Dickdarmkrebs nicht erkranken. Angst ist unnötig, denn die Untersuchung ist schmerzlos. Die Vorbereitung kann individuell angepasst werden (auch für Menschen mit einer Aversion gegen „Vieltrinken“ gibt es eine Lösung) und die Komplikationsrate bei erfahrenen Endoskopikern ist sehr gering. Daher der Rat: Lieber einmal eine Untersuchung machen lassen und das Leben anschließend noch lange genießen, als sich davor zu drücken und dem Dickdarmkrebs eine Chance geben! Lassen Sie sich durch dafür zugelassene Spezialisten (Kolo-Proktologen und Gastroenterologen) beraten!

Dr. med. Marek J. Doniec
Chirurgie Visceralchirurgie Proktologie

Prüner Gang 15
24103 Kiel

Telefon: 0431/75055
Fax: 0431/7394031

E-Mail: Öffnet externen Link in neuem Fensterinfo@kolo-proktologie-kiel.de
Internetseite der Praxis: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.kolo-proktologie-kiel.de

Quelle:

Öffnet externen Link in neuem FensterGESUNDHEITSWESEN AKTUELL
– Ausgabe März 2013