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07.01.2014

Volkskrankheit Leistenbruch

Ohne Operation kann es zu ernsthaften Komplikationen kommen.


Die untere Bauchwand weist eine Schwachstelleauf, die weder durch Bauchmuskeltraining oder Bandagieren ausgeglichen werden kann. Je nach körperlicher Beanspruchung und je nach sogenannter Bindegewebsschwäche kann sich eine Lücke in der Unterhaut bilden, was wir als Leistenbruch bezeichnen. Männer sind hier deutlich benachteiligt, bei ihnen tritt aufgrund eines anderen Bauchwandaufbaus der Leistenbruch 10× häufi ger auf. Ziehende Beschwerden deuten oft schon vor den Schwellungen auf einen Leistenbruch hin. Im Regelfall verstärken sich die Beschwerden bei körperlicher Anstrengung. Aber – wie bei allen Gesundheitsfragen – sind die möglichen Beschwerden und körperlichen Symptome sehr verschieden und gehören in die Hand eines erfahrenen Arztes. Die Feststellung gelingt dann oft durch einfaches Betrachten und Abtasten der Leiste, in schwierigeren Fällen werden Ultraschall und Kernspintomographien eingesetzt.

Leistenbruch häufigste OP

Ist ein Leistenbruch festgestellt, ist auch eine Operation erforderlich. Zum einen um die Beschwerden zu beenden, zum anderen, weil der Leistenbruch „einklemmen“ kann. Hiermit ist die ernste Komplikation gemeint, bei dem sich innere Organe im Leistenbruch festsetzen und stark beschädigt werden können.

Die Leistenbruchoperation ist eine der häufigsten Operationen überhaupt, allein in Deutschland werden jährlich mehr als 200.000 Eingriffe vorgenommen. Die reine Operationsdauer liegt normalerweise bei 20 Minuten und wird sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt. Dabei haben sich verschiedene Verfahren als gut herauskristallisiert.

Man unterscheidet zum einen Verfahren mit und ohne Verwendung von Netzen. Mit Netzen, die im Unterhautgewebe verankert werden und die es in auflösbarer, in teilauflösbarer und in beständiger Form gibt, kann man die Bauchwand dauerhaft verstärken, um erneuten Leistenbrüchen aus dem Weg zu gehen. Die eingesetzten Netze werden hinterher nicht wahrgenommen, können weder im Ultraschall noch in der Flughafensicherheitskontrolle festgestellt werden. Weltweit lösen die Operationsmethoden mit Netz aufgrund der höheren Sicherheit und der guten Verträglichkeit die älteren Verfahren ab.

Auch minimal-invasives OP-Verfahren möglich

Eine weitere Unterscheidung der Operationen besteht in den herkömmlichen Eingriffen mit Hautschnitt in der Leiste und denen, die per Bauchspiegelung durchgeführt werden. Operationen per minimalinvasiver Schlüssellochchirurgie haben in den letzten 20 Jahren zu einem Umbruch in allen Gebieten der Medizin geführt. Gemeinsam ist allen eine schnellere und schmerzärmere Heilungsphase.

Welche Operationsmethode angewendet werden sollte, muss natürlich individuell entschieden werden. Es gibt aus der Gruppe der modernen Verfahren keines, welches allen anderen generell überlegen ist. Die Heilungsphase unterscheidet sich je nach angewendeter Operationstechnik in der Dauer der körperlichen Schonfrist, gemeinsames Ziel ist die Wiederherstellung der vollen körperlichen Belastbarkeit, um seinen sportlichen Zielen oder seinen körperlichen beruflichen Aufgaben begegnen zu können – oder um seine Ruhephase fortzusetzen.

Rainer Gunstmann
Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie

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Quelle:

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– Anzeigensonderthema vom 10.8.2013