Sie befinden sich hier: Aktuelles
03.09.2013

Der Rückenschmerz - Grundlegend: Die diagnostische Abklärung

In Deutschland leiden ständig ca. ein Drittel der Menschen an Rückenschmerzen. 80% der Bundesbürger haben mindestens einmal in ihrem Leben krankhafte Rückenschmerzen. Deshalb sind sie die zweithäufigste Ursache für Arztbesuche in Deutschland.


Das Auftreten nimmt mit fortschreitendem Alter zu. Allerdings sind selten bedrohliche Erkrankungen wie z.B. Tumorerkrankungen oder Infektionen die Ursache. Wir müssen ähnliche Schmerzen in den Flanken und Brustkorb, die durch Erkrankungen der inneren Organe (z.B. Herzinfarkt, Lungenfellentzündung, Nierenentzündung) ausgelöst werden, unterscheiden von diesen. Die häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen sind akute Überlastungssituationen und chronische Verschleiß- und Umbauvorgänge der Wirbelsäule. Dabei kommt es zu einem Gelenk- und Knochenschmerz, der eine unwillkürliche Verkrampfung der Rückenmuskulatur in diesem Bereich zur Folge hat. Da die Muskeln über Bindegewebsschichten miteinander verbunden sind, setzen sich die Muskelverspannungen häufig entlang der Wirbelsäule und in die Arme oder Beine fort.

In der Regel bessern sich Rückenschmerzen bereits durch eine angemessene körperliche Schonung und medikamentöse Therapie zur Schmerzbehandlung und Muskelentspannung. Langfristig ist ein gezieltes Training der den Rücken stabilisierenden Muskulatur anzuraten, um so eine Chronifizierung der Schmerzen zu verhindern.

Für chronische Rückenschmerzen sind in der Regel Umbauvorgänge an den die einzelnen Wirbel verbindenden Gelenke verantwortlich. Diese betreffen alle Menschen, führen aber nur bei einem Teil zu behandlungsbedürftigen Beschwerden. Dieses betrifft die Bandscheiben und häufiger noch die kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke). Wenn die üblichen Maßnahmen, wie krankengymnastische Übungen und medikamentöse Schmerzbehandlung nicht die notwendige Linderung verschaffen können, sollte die Möglichkeit einer invasiven oder operativen Maßnahme abgeklärt werden.

Wenn die Umbauvorgänge an den Gelenken zu einer Lockerung der Verbindung der jeweiligen Wirbel geführt haben, kann eine stabilisierende Operation notwendig sein. Dabei werden die Wirbel über Schrauben und zusätzlichen Standen oder Federn miteinander verbunden.

Häufig ist ein solch invasives Verfahren allerdings nicht notwendig. Bei chronischen Reiz- oder Entzündungszuständen oder leichten Lockerungen an den Gelenken, können gezielte Spritzen mit Kortison zu einer deutlichen Reduzierung der Schmerzen führen. Dieses erfolgt unter Röntgenkontrolle und kann mehrfach wiederholt werden.

Verschaffen diese Inflationen jeweils nur eine kurzfristige und keine dauerhafte Schmerzlinderung, sollte die Indikation eines dauerhaften schmerztherapeutischen Verfahrens geprüft werden. Dabei handelt es sich um die so genannte Thermokoagulation der Facettengelenke. Mit Hilfe einer Elektrosonde werden an den kleinen Wirbelgelenken Temperaturen erzeugt, die die schmerzleitenden Nervenfasern der Gelenke veröden. Statt wie mit den zuvor erwähnten spritzen eine Linderung des Reizzustandes zu erreichen, verhindert man dauerhaft eine Weiterleitung des Schmerzsignals. Dieser Eingriff erfolgt ambulant ohne höhere Komplikationsgefahren. Rückenschmerzen sind also ein allgegenwärtiges Problem unserer Gesellschaft, die einer gründlichen Abklärung bedürfen. In der Regel gibt es für alle Ursachen Behandlungsstrategien, die eine dauerhafte Schmerzlinderung erreichen.

Dr. med. Lutz Dörner
Facharzt für Neurochirugie
MedBaltic im Ärztehaus
Königsweg 14, 24103 Kiel
Tel: 0433 388 28112

Belegarzt im Sankt Elisabeth Krankenhaus
Königsweg 8, 24103 Kiel
Tel: 0431 388 0

Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.medbaltic.de