Neubers Infektionsstatistik


Original-Text

Es sind also 59 Fälle, von denen wir den Todesfall an Perforationsperitonitis abrechnen können, denn die Wunde war zur Zeit des Todes primär verklebt und der Tod ist nicht in Folge, sondern trotz der Operation eingetreten. Somit bleiben 58 Fälle zu berücksichtigen, welche nach den verschiedenartigsten Operationen bei aseptischer Behandlung, ohne Drainage oder sonstige Sorge für den Sekretabfluss zur Heilung gelangten. Und zwar kam es zu ununterbrochener vollkommener Heilung unter einem Verband in 48 Fällen.

Achtmal traten Störungen auf; nämlich 3 Mal war die Narbe durch oberflächlich granulierende Stellen unterbrochen, stets erfolgte die Heilung rasch bei Salben- oder feuchten Deckverbänden. Nur zwei Eiterungen sind zu verzeichnen, einmal ganz vorübergehend nach Nekrotomia tibiae, das andere Mal andauernder nach Amp. humeri; hier war die Spannung unmittelbar nach der Operation so stark, dass ich daran dachte, die Wunde wieder zu öffnen und etwas mehr vom Knochen abzusägen; wäre dies geschehen, so würde die Wunde wohl primär verheilt sein also ein Operationsfehler.

 

Originalauszüge aus dem Buch »Kurze Beschreibung der aseptischen Wundbehandlung« von Dr. G. A. Neuber, 1882
Originalauszüge aus dem Buch »Kurze Beschreibung der aseptischen Wundbehandlung«
von Dr. G. A. Neuber, 1882