Die Geschichte der Schwestern von der heiligen Elisabeth

Die Entstehung der Kongregation der Schwestern von der Hl. Elisabeth geht auf Clara Wolff (Bild 18) zurück, die 1842 im schlesischen Neisse die Initiative zur ambulanten Krankenpflege ergriff und begann, sich um arme verlassene Kranke in deren Wohnungen zu kümmern:
Ihr folgten bald drei weitere junge Frauen: Die Geschwister Mathilde (Bild 19) und Maria (Bild 16) und Franziska Werner (Bild 17). Vom Anruf Gottes gedrängt und von der Not der leidenden Menschen ihrer Zeit betroffen, schlossen sie sich zusammen, um hilflose und bedürftige Kranke in ihren Wohnungen zu besuchen, ihnen beizustehen und sie unentgeltlich ohne Rücksicht auf ihre soziale Lage oder Religionszugehörigkeit zu versorgen. 

Mutter Maria Merkert
16: Mutter Maria Merkert
Mutter Franziska Werner
17: Mutter Franziska Werner
Mutter Clara Wolff
18: Mutter Clara Wolff
Mutter Mathilde Merkert
19: Mutter Mathilde Merkert

Die vier jungen Frauen bezogen gemeinsam ein Zimmer in einem der Altaristenhäuse am Kirchplatz der St. Jakobus-Kirche in Neisse (Bild 20), das ihnen als Wohnung und als Ausgangspunkt für ihre ambulante Tätigkeit diente. Sie trugen, wie damals allgemein in Neisse üblich, ein braunes Wollkleid und einen grauen Hut. Nach der Farbe des Hutes wurden sie von der Bevölkerung "Graue Schwestern" genannt. Bald sprach man von ihnen auch als von den "Barmherzigen Schwestern", weil sie opferbereit und selbstvergessen die Werke der Barmherzigkeit an den Bedürftigen verrichteten.

Altaristenhaus in Neisse, erster Wohnort der Schwestern
20: Altaristenhaus um 1842 in Neisse, erster Wohnort der Schwestern
Aktivitäten in Nowosibirsk
21: Aktivitäten in Nowosibirsk

Am 19. November 1850 wählten die Gründerinnen die Hl. Elisabeth von Thüringen als Vorbild der tätigen Nächstenliebe zur Schutzpatronin ihres Werkes und nannten sich von da an "Graue Schwestern von der Hl. Elisabeth". Sie wollten wie die Hl. Elisabeth "die Menschen froh machen" und den Schwächsten der Schwachen in der Gesellschaft nach allen ihren Kräften beistehen.

Der unermüdliche und selbstlose Einsatz für die Armen, Kranken und Bedürftigen der Zeit brachte im Jahr 1859 die kirchliche Anerkennung durch den Fürstbischof Förster. Am 26.Januar 1887 folgte die endgültige Bestätigung der Kongregation durch den Heiligen Stuhl und damit die Anerkennung als Ordensgemeinschaft päpstlichen Rechts. Seitdem gehörten etwa 10.000 Schwestern der Kongregation der Schwestern von der Heiligen Elisabeth an  eine Gemeinschaft, die sich heute weltweit engagiert.

Die ersten Schwestern gingen entgegen damaliger Gepflogenheit zu den Armen und Bedürftigen in ihren Wohnungen, um ihnen Hilfe zu leisten. Ihr Anliegen war und ist immer noch, dort zu helfen, "wo Hilfe am meisten Not tut".
 
Die Schwestern setzen ihre Tätigkeit in der ambulanten und stationären Kranken- und Altenpflege fort, arbeiten in der Erwachsenenbildung und als Religionslehrerinnen in der Glaubensverkündigung, betreuen Kinder und Jugendliche in Kindergärten und Schulen, üben Seelsorge in Pfarrgemeinden (Bild 21), bei Kranken und in Gefängnissen aus, übernehmen Kirchendienste und kirchliche Verwaltungsaufgaben, nehmen sich der Obdachlosen und Drogenabhängigen an und üben jede Art kreativer Tätigkeit überall dort aus, wo Menschen in körperlicher und seelischer Not auf Hilfe angewiesen sind. Seit 1990 sind Schwestern auch in Südamerika und Asien tätig. In allen diesen Aufgaben unterstützt uns die Apostolatsgemeinschaft St. Elisabeth, eine Vereinigung von Laien, die im Geist unserer Patronin und unserer Gründerinnen den apostolisch-karitativen Dienst an den Menschen mitträgt.

Es wurden verschiedene Anläufe genommen, um einen Seligsprechungsprozess für Maria Merkert und Franziska Werner in Gang zu bringen. Wir warten jetzt voll Hoffnung und Vertrauen auf die Seligsprechung von Maria Merkert, die am 30.09.2007 in Nyssa, Polen "früher Neisse, Schlesien" stattfinden soll.

Die Arbeit der Schwestern in den Elendsgebieten dieser Welt

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion leiden unzählige Familien unter Armut und Hunger. Zu den bedürftigsten Gebieten zählt Nowosibirsk in Sibirien (Bild 22). Es haben sich 1993 eine Schwester aus Halle und zwei Schwestern aus Polen aufgemacht, um Anteil zu nehmen an den aktuellen Nöten und Problemen dieser Menschen. Ähnliche Situationen und Anlässe, wie aus Nowosibirsk berichtet, veranlassten die Generalleitung in Rom, Schwestern in die Ukraine (Bild 23), Georgien und Litauen zu entsenden.

Die Missionsarbeit in Brasilien ist eine wichtige Aufgabe (Bild 24). 1990 gingen die ersten sechs Schwestern nach Maracanau.

Seit August 2006 sind vier Schwestern am Stadtrand von Santa Cruz De La Sierra, Bolivien in einer Pfarrgemeinde tätig. Auch dort gibt es viele Elisabethdienste bei der armen Bevölkerung zu leisten.

In Jerusalem, Israel haben wir drei Niederlassungen mit insgesamt 16 Schwestern.

22: Aktivitäten in Nowosibirsk
23: Aktivitäten in Nowosibirsk
24: Aktivitäten in Brasilien