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04.11.2010

Gelenkersatz

Bei Schulterarthrose und Schulterarthritis


 

Das Schultergelenk ist ein sehr komplexes Gelenk mit einer großen Beweglichkeit, die durch das Zusammenspiel von Schulterhauptgelenk sowie den Gelenken des Schultergürtels ermöglicht wird. Störungen können naturgemäß vielfältig sein und bedürfen einer exakten Diagnosestellung und spezifischen Therapie.

Schulterarthrose ? Omarthrose

Auch an dem Schultergelenk kann sich eine Arthrose ausbilden, entweder ohne ersichtlichen Grund (primäre Arthrose) oder als Folge einer Gelenkschädigung, z.B. einem Schulterbruch (sekundäre Arthrose). Da die Schulter kein lasttragendes Gelenk ist und eine eingeschränkte Beweglichkeit zum Teil durch den Schultergürtel ausgeglichen werden kann, tritt die Beschwerdesymptomatik bei Omarthrose im Vergleich zur Hüft- oder Kniegelenksarthrose erst zu einem späteren Zeitpunkt in den Vordergrund. Häufig sind neben dem Gelenk selbst auch die umgebenden Weichteile und Muskeln betroffen, so dass ein Mischbild aus Arthrose und ?periartikulären? Beschwerden besteht. Führt  eine konservative Therapie nicht zu einer erfolgreichen Beschwerdereduzierung besteht die Möglichkeit der Implantation einer Schulterendoprothese.

Rheumatoide Arthritis ? Omarthritis

Trotz des häufigen Befalls des Schultergelenkes bei Patienten mit rheumatioder Arthritis ist die operative Frequenz an diesem Gelenk eher niedrig. Dieses liegt nicht zuletzt an den großen funktionellen Reserven des Schultergürtels. Kennzeichen der rheumatischen Omarthritis ist neben der Gelenkzerstörung durch Entzündung eine Zerstörung der umgebenden Weichteile, die mit schweren Schädigungen z.B. der Muskelmanschette einhergeht. Die operative Therapie orientiert sich an dem Ausmaß der entzündlichen Veränderungen. Ziel des operativen Eingriffes ist es, ein langfristiges schmerzfreies und funktionsfähiges Schultergelenk mit ausreichendem Bewegungsausmaß zu erhalten. Das dominierende rekonstruktive Verfahren ist die chulterendoprothetik

Die richtige Wahl der Endoprothese

Oberflächenersatz ? Kappenprothese

 

Diese in den letzten Jahren sehr erfolgreich angewendete Prothesenkonzept beruht auf der Grundlage, nur dass zu ersetzen, was auch erkrankt ist: Die Gelenkoberfläche. Durch eine anatomisch geformte ?Metallkappe? erhält der Oberarmkopf eine neue Gelenkfläche, ggf. auch mit Ersatz der Gelenkpfanne. Der Vorteil liegt in dem knochensparenden Vorgehen sowie in der anatomischen Wiederherstellung des

Gelenks. Die Kappe benötigt für den sicheren Halt guten Knochen im Oberarmkopf und eine zumindest teilweise funktionsfähige Muskelmanschette (Rotatorenmanschette).

 

 

Schaftverankerte Prothese ? Stielprothese

Die klassische Form der Schulterendoprothese. Ist der Oberarmkopf zu stark zerstört, erfolgt die Verankerung der Prothese mit Hilfe eines Stiels im Oberarmschaft. Verwendet werden zementierte oder zementfreie Implantate, je nach Knochenbeschaffenheit. Verschiede Stecksysteme erlauben das Aufsetzen unterschiedlicher Köpfe auf diesen Schaft, so dass eine anatomische Wiederherstellung des Gelenks erfolgt. Ggf. kann auch hier die Gelenkpfanne (Glenoid) mitersetzt werden. Inverse Schulterprothesen Besteht neben der Gelenkzerstörung eine starke Schädigung der Rotatorenmanschette, muss die fehlende Muskelfunktion durch eine besondere Konstruktion der Prothese ersetzt werden. Das Gelenk wird umgedreht. Die Kugel sitzt nun auf der ehemaligen Gelenkpfanne und der Oberarmkopf wird durch eine künstliche Pfanne ersetzt. Dadurch werden die Hebelarme an der Schulter so verändert, dass allein der Schulter-kappenmuskel (Deltamuskel) eine gute Beweglichkeit der Schulter erzielen kann. Schwer geschädigte Schultergelenke können mit diesen Prothesensystemen sehr gut versorgt werden.


Dr. med Martin FuerstBelegarztSankt Elisabeth KrankenhausKönigsweg 824103 Kiel

 


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