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Die Heilige Elisabeth

Elisabeth wurde am 7.7.1207 wahrscheinlich in Sàrospatak, Ungarn geboren. Ihre Eltern waren das ungarische Königspaar Andreas II (Reg.Zeit 1205 - 1235) und Gertrud. Die Familie stammt direkt von Àrpàd dem Zigeunerkönig ab. Im Jahre 1211 kam Elisabeth als 4-jährige nach Eisenach auf die Wartburg. Sie wurde nach ihrer Ankunft mit dem ältesten Sohn Hermann des Thüringer Landgrafen Herman I verlobt (Reg.Zeit 1190 - 1217). In der damaligen Zeit war es üblich, dass die jungen Prinzessinnen mit ihren zukünftigen Gatten aufwuchsen. Thüringer Fürsten waren sehr mächtig. Eine Verbindung mit dem ungarischen Königshaus erweiterte ihre Macht zusätzlich. Es konnte eine Anwartschaft auf die Kaiserkrone geltend gemacht werden.

Die Wartburg heute.
Die Wartburg heute.

Elisabeth war zart und schön, hatte braune Locken, große dunkle Augen und eine sehr dunkle Haut. Besonders auffällig war ihr Verhalten. Schon in frühester Kindheit brach sie beim Spielen plötzlich ab, um sich zum Gebet zurückzuziehen.

Bereits als sehr junges Mädchen wandte sie sich den Armen zu, die täglich das Burgtor belagerten. Ihr Verhalten zu den Krüppeln der Feldzüge, den Kranken und Gebrechlichen, ging weit über das übliche Almosen geben hinaus, welches mehr der Beruhigung des Gewissens der Herrschenden diente.

Die anderen Mitglieder des Fürstenhauses rümpften über das Verhalten von Elisabeth die Nase – sie hatten hierfür kein Verständnis. Herman, Elisabeths auserkorener Ehemann, starb 1216. Ein Jahr später starb auch sein Vater, der Regent Herman I. Elisabeth sollte daher zunächst nach Ungarn zu ihren Eltern zurückgeschickt werden. Der Grund für ihren Aufenthalt auf der Wartburg war durch den Tod ihres Bräutigams entfallen.

Nach Herman I wurde Ludwig IV (Reg.Zeit 1217 - 1227), Thüringer Landgraf. Er war der jüngere Bruder des Bräutigams. Ludwig war eine der lichtesten Erscheinungen der Thüringer Landgrafen. Er war von jugendlicher Schönheit, einfach und gerecht. Ludwig und Elisabeth verbrachten viele Stunden ihrer Kindheit miteinander. Sie mochten sich.

Von 1225 ist Ludwig 3 Jahre auf großer Heerfahrt nach Cremona für Kaiser Friedrich II. Elisabeth ist während dieser Zeit alleinige Stadthalterin über Thüringen. Sie lässt in dieser Zeit z.B. ein Hospital am Fuße der Wartburg bauen, näht Kleider für die Bedürftigen und speist die Armen aus den Vorratshäusern der Fürsten. Für diese Aktionen hat der Hof wenig Verständnis. Sie wird deswegen angegriffen. Ludwig billigt nach seiner Rückkehr ausdrücklich das Verhalten „seiner“ Elisabeth. Er hat ein zufriedenes Volk.

Die harmonische und ungetrübte Zeit von Ludwig und Elisabeth endete bereits nach 6 Jahren Ehe im Jahre 1227. Ludwig verpflichtete sich zur Teilnahme an einem Kreuzzug Kaiser Friedrichs II. Bei der Einschiffung des Kreuzfahrerheeres in Otranto starb er, vermutlich an Thyphus.

Nachfolger Ludwigs IV wurde dessen Bruder Heinrich Raspe. Er sperrte Elisabeth sämtliche Einkünfte und ihr Vermögen, so dass sie dem Hof bedingungslos ausgeliefert war. Es gab dramatische Auseinandersetzungen. Elisabeth fasste einen radikalen Entschluß: sie wählte nach dem Vorbild des heiligen Franz von Assisi die vollkommene Armut. Sie wollte auf den Landstraßen betteln gehen.

An einem Winterabend des Jahres 1227 verließ sie mit ihren Kindern die Wartburg.

In Hessen, bei Marburg, fand sie notdürftig Unterkunft.

Als die sterblichen Überreste Ludwigs IV 1228 nach dem Kreuzzug nach Thüringen zurückkamen, wurde Heinrich Raspe für sein bisheriges Verhalten als Regent, vor allem gegenüber der Landgräfin Elisabeth, zur Rede gestellt.

Sie erhielt ihren Witwenanteil ausbezahlt und einen Anspruch auf eine jährliche Rente. Davon ließ sie in Marburg das St. Franziskus Hospital bauen, daneben eine einfache Lehmhütte für die Helferinnen.

Alles, was Elisabeth nach 1228 bekam, verschenkte sie. Mit Hilfe ihres Beichtvaters Konrad, den sie zusammen mit Ludwig 1225 gewählt hatte, setzte sie sich über kleinliche Schikanen und hartherzige Quälereien hinweg und konzentrierte ihre gesamte Kraft auf die Armen und Kranken.

Die Strapazen ihres Lebens verzehrten ihre körperlichen Kräfte. Nach kurzer Krankheit starb sie in den Morgenstunden des 17. November 1231, im Alter von nur 24 Jahren.

Bereits 4 Jahre nach ihrem Tod, am 27. Mai 1235, wurde Elisabeth von Papst Gregor IX in Perugia unter lautstarkem Jubel der Anwesenden heilig gesprochen.

Sie wurde zu einer der Lieblingsheiligen des Volkes.