Häufige Fragen

Wirbelsäulenchirurgie

Welche Art von Operationen führen Sie durch?

Im Lubinus Clinicum wird das gesamte Spektrum der Wirbelsäulenchirurgie der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule durchgeführt.

Operative Schwerpunkte liegen entsprechend der Erkrankungshäufigkeit in der Behandlung von verschleißbedingten Erkrankungen. Dazu zählen Bandscheibenvorfälle und Stenosen des Spinalkanals, aber auch fortgeschrittene Degenerationen mit Instabilitäten und verschleißbedingten Deformitäten der Wirbelsäule. Es werden alle Formen von Wirbelkörperfrakturen behandelt, ein kleiner Teil muss operativ versorgt werden, der Großteil kann konservativ therapiert werden.

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Abteilung ist die Korrektur komplexer Deformitäten der Wirbelsäule, z. B. bei Skoliosen, Kyphosen, Halbwirbelbildungen, Wirbelgleiten. Zusätzlich werden in dieser Abteilung alle gutartigen und bösartigen Tumoren des Bewegungsapparates operiert.

Führen Sie minimalinvasive Maßnahmen durch?

Minimalinvasive Verfahren gehören heutzutage zum Standard in der Wirbelsäulenchirurgie und werden auch in unserer Abteilung seit Langem durchgeführt.

Beispiele sind endoskopische und mikrochirurgische Nukleotomien (Bandscheibenoperationen), Vertebroplastien und das Vertebral body-stenting (Frakturversorgung) oder auch minimalinvasive dorsale Instrumentation an der Wirbelsäule (Schrauben-Stab-Systeme).

Wann darf ich nach der Operation wieder aufstehen?

Insgesamt erfolgt eine Frühmobilisation des Patienten, die aber in Abhängigkeit von der durchgeführten Operation vorgenommen wird. Patienten können nach durchgeführten Nukleotomien (Bandscheibenoperationen) in aller Regel noch am Tag der Operation aufstehen.

Patienten mit Wirbelsäulenversteifungen dürfen in aller Regel am ersten postoperativen Tag in physiotherapeutischer Begleitung aufstehen.

Wann bin ich wieder arbeitsfähig?

Eine schnelle Wiedereingliederung in den beruflichen Alltag ist wichtig. Der Zeitpunkt ist abhängig von der beruflichen Tätigkeit und der durchgeführten Operation.

Nach kleinen Eingriffen erreicht man in der Regel in wenigen Wochen wieder die Arbeitsfähigkeit, nach größeren Operationen kann dies Wochen bis wenige Monate dauern.

Wann besteht wieder Sportfähigkeit?

Die Sportfähigkeit ist ebenfalls abhängig von dem operativen Eingriff. Nach kleinen Eingriffen, wie einer Nukleotomie bei einem Bandscheibenvorfall, ist die Wiederaufnahme sportlicher Aktivitäten in der Regel nach sechs Wochen möglich.

Fusionsoperationen bedürfen einer längeren Nachbehandlung, hier ist mit einem Zeitraum von circa sechs Monaten zu rechnen. Nach aufwendigen Korrekturoperationen von Deformitäten (z. B. Skoliosen) ist eine uneingeschränkte sportliche Betätigung erst ein Jahr nach der Operation wieder möglich.

Besteht nach einer Rückenoperation Beschwerdefreiheit?

Nach jeder Operation, unabhängig in welcher Körperregion, ist unmittelbar nach dem Eingriff mit einem Wundschmerz in dem Zugangsbereich zu rechnen. Um diesen adäquat zu therapieren, werden Schmerzmittel in unterschiedlichen Formen (Tabletten, Tropf, intravenöse Gaben) eingesetzt. In manchen Fällen kommen auch spezielle Schmerzpumpen oder periphere Nervenblöcke zum Einsatz, dabei erfolgt eine Zusammenarbeit mit den Narkoseärzten des Hauses.

Die zu der Operation führenden Symptome (Rückenschmerzen, Schmerzausstrahlung in die Beine) sind häufig unmittelbar nach der Operation gebessert. Allerdings ist stets zu beachten, dass in Abhängigkeit von der präoperativen Beschwerdedauer, der Beschwerdeursache, des Gesamtgesundheitszustandes auch Restbeschwerden verbleiben können.

Gelegentlich können nach einer Wirbelsäulenoperation Taubheitsgefühle oder Muskelschwächen auftreten, welche im weiteren postoperativen Verlauf meist vollständig verschwinden. Eine Beurteilung des Operationsergebnis ist z. B. bei Versteifungsoperationen erst nach frühestens sechs Monaten möglich.

Benötigt man ein Korsett nach der Operation?

In aller Regel erfolgt die Nachbehandlung von Wirbelsäulenoperationen ohne eine externe Immobilisation, also korsettfrei. Nur in sehr speziellen Fällen kann das vorübergehende Tragen eines Korsetts notwendig werden.

Bin ich nach einer Versteifung wirklich „steif“?

Bei einer Versteifungsoperation im Rahmen von degenerativen Erkrankungen wird häufig der Grund für eine solche Operation vergessen. Im Rahmen eines Verschleißprozesses an der Wirbelsäule versucht der Körper, die betroffenen Bereiche durch Verknöcherungen ruhig zu stellen. Eine Bewegung in diesen Bereichen wird von den Patienten schmerzbedingt vermieden.

Durch eine Versteifungsoperation greift man dem Verknöcherungsprozess vor und vermeidet so die schmerzhafte Restbeweglichkeit. Da nur betroffene Segmente operativ versorgt werden, die schmerzbedingt an den Bewegungsabläufen nicht mehr beteiligt sind, ist nach einer Versteifungsoperation über wenige Segmente nicht mit einer verminderten Beweglichkeit zu rechnen.

Bei längerstreckigen Versorgungen, z. B. Korrekturspondylodesen bei Skoliosen, ist die Einschränkung des Bewegungsumfanges größer und oft insbesondere bei Einknickbewegungen spürbar.

Wer übernimmt die Nachbehandlung im Anschluss an den stationären Aufenthalt?

Die unmittelbare Nachbehandlung der Patienten übernimmt in aller Regel der niedergelassene Orthopäde oder der Hausarzt. Nach bestimmten Operationen erfolgen in regelmäßigen Abständen radiologische und klinische Kontrolluntersuchungen in unserer Sprechstunde.